Mittelmeerkrankheiten sind ein Schreckensgespengst, über das viele Hundebesitzer sprechen. Doch nur die wenigsten wissen, über was sie da eigentlich reden.

Aufgrund der eher unbegründeten Angst vor Mittelmeerkrankheiten sind viele Menschen im nördlicheren Europa immer wieder verunsichert einem Hund aus Spanien oder benachbarten Ländern ein Zuhause zu schenken. Dazu zählen Leishmaniose und Filarien. Die Babesiose und die Ehrlichiose ist längst keine reine Mittelmeerkrankheit mehr, denn diese tauchen bereits regelmässig auch in der Schweiz, Österreich, Deutschland, Ungarn, etc. auf. Auch die Sandmücken, die für die Erkrankung Leishmaniose verantwortlich ist, wurde bereits in der Schweiz und Deutschland nachgewiesen.

Unsere Hunde werden vor der Vermittlung auf die Mittelmeerkrankheiten wie Ehrlichiose Babesiose, Leishmaniose, Dirofilariose, Blutparasiten etc. getestet. Welpen werden erst ab einem Alter von 8 Monaten getestet, da vorher die Testergebnisse verfälscht sein können durch noch vorhandene Antikörper der Mutter. Sollte eine entsprechende Krankheit vorliegen, werden die Tiere entsprechend behandelt und Interessenten/Adoptanten informiert.

Untersuchung des Hundes 3-4 Monate nach Einreise ist zwingend!
Da eine Übertragung der Krankheiten durch Zecken oder Stechmücken bis zum Abflug des Tieres möglich ist, empfehlen wir nach 3-4 Monaten nach Ankunft des Hundes ein Reisescreening (Mittelmeerblock) machen zu lassen, welches speziell auf Mittelmeerkrankheiten ausgerichtet ist.

Einerseits ist ein negatives Testergebnis keine Garantie, dass Ihr Hund Jahre später nicht an Leishmaniose oder Ehrlichiose erkranken kann. Andererseits ist ein positiver Titer kein Grund zur Panik. Es bedeutet zwar, dass der Hund irgendwann mit dem Krankheitserreger Kontakt hatten, nicht aber, dass der Hund akut erkrankt ist. Gewissheit bringen weitergehende Bluttests.
Der Hund soll daher in regelmässigen Abständen vom Tierarzt untersucht werden: Eine regelmässige Kontrolle von Blut- und Organwerten gehören zur normalen Gesundheitsgrundvorsorge eines jeden Tieres!

Falls Ihr Hund jedoch plötzliche Krankheitsanzeichen bekommt wie; Mattigkeit, Gewichtsabnahme, Fressunlust, Fieber, Nasenbluten, Durchfall, Erbrechen, Blutarmut, angeschwollene Lymphdrüsen, Hautprobleme, Haarausfall usw. muss sofort gehandelt werden! Dabei muss zuerst an Mittelmeer- krankheiten gedacht werden. Auch bei Welpen unter 8 Monaten müssen dann spezielle Bluttests erfolgen. Der Tierarzt muss diesbezüglich zwingend informiert werden!

Wenn Leishmaniose tatsächlich ausbricht, kann man mit einem preiswerten Medikament aus der Humanmedizin (Allopurinol gegen Gicht) relativ gut behandeln.
Die typischen Symptome sind im Regelfall komplett in den Griff zu kriegen.

Auch wenn man Leishmaniose nicht heilen kann, so hat der Hund doch die Chance auf ein gutes, langes Leben.

Wir haben Teammitglieder, die viel Erfahrung mit Leishmaniose haben und wir stehen Ihnen mit Rat und Tat gerne zur Seite.

Links:

Broschüre Leishmaniose

Erfahrungsbericht Leishmaniosesandmuecke